![]() |
Deep Space 1: Naher Vorbeiflug am Kometen Borrelly |
Am 23. September 2001 flog die Raumsonde Deep Space 1 im Abstand von nur 2200 km am Kometen Borrelly vorbei und machte sensationelle Aufnahmen vom Kern des Kometen.
![]()
Der rund 10 km große Kern des Kometen Borrelly aus 3417 km Entfernung. In der Mitte des Kerns sind hellere, sanfte Ebenen zu erkennen. Sie könnten die Quellen für die Staubjets sein. An beiden Enden ist das Terrain sehr felsig, stark zerklüftet und sehr, sehr dunkel. Der Komet wird von unten von der Sonne beleuchtet (JPL/NASA).
Der Projektleiter von DS1 am JPL, Dr. Marc Rayman, erzählte begeistert den Reportern bei einer Pressekonferenz, dass die Aufnahmen von Borrelly besser sind als die vom Kometen Halley aus dem Jahr 1986 Der Leiter des Fototeams und Geologe am U.S. Geological Survey/Flaggstaff, Arizona Laurence Soderblom sagte nach einer ersten Auswertung der Bilder: Die Fotos zeigen einen sehr komplexen Himmelskörper mit teils zerklüftetem Terrain, sanften Ebenen, aber auch tiefen Einschnitten und sehr, sehr dunklem Material.
Forscher sind nach ersten Analysen auch der Meinung, dass die Kometen Borrelly und Halley nicht die gleiche Zusammensetzung haben und sich wahrscheinlich in unterschiedlichen Regionen des solaren Urnebels gebildet haben. Zusätzlich zu den schwarz-weißen Fotos, auf denen die Topographie des Kometenkerns recht gut zu erkennen ist, konnten die Bordinstrumente von DS1 auch Aufnahmen im Infraroten machen, die ausgestoßenen Gase analysieren und deren Wechselwirkung mit dem Sonnenwind untersuchen.
Die Raumsonde DS1 hat mit diesem geglückten Vorbeiflug an Borrelly ihre Aufgabe mehr als erfüllt. Ihr Hauptziel war ja Asteroid 9969 Braille, an dem die Raumsonde im August 1999 vorbeiflog und Aufnahmen machte, die auch zufriedenstellend waren. Dabei wurde erkannt, dass Braille in seiner Zusammensetzung Vesta dermaßen gleicht, dass der Asteroid wahrscheinlich von Vesta abstammt. Auch von zwei kleineren Asteroiden in Vestas Nähe ist sie vermutlich der "Mutterplanet". (Vesta besitzt einen riesigen Krater von 460 km Durchmesser)
Susanne Plank
5.Oktober 2001auch IM BRENNPUNKT