Dieses Falschfarbenbild von NASA`s Weltraumteleskop Spitzer zeigt den Kugelsternhaufen, der sonst hinter dem Staub in der Mittelebene der Milchstraße verborgen bleibt. Die roten Streifen hinter dem Kern des Haufen könnten zu einer Staubwolke gehören, die auf eine Interaktion des Haufens mit der Milchstraße hinweisen. Es ist aber auch möglich, dass diese Staubwolke nur zufälligerweise entlang Spitzers Sichtlinie liegt.
Der neugefundene Kugelsternhaufen ist einer von rund 150 Haufen, die das Zentrum unserer Milchstraße umkreisen. Solche Haufen gehören zu den ältesten Objekten in unserer Galaxis. Sie entstanden vor etwa 12 oder 13 Milliarden Jahren und bestehen aus einigen hunderttausend Sternen, von denen die meisten älter und weniger massiv als unsere Sonne sind.
Andrew Monson, ein Student der Universität von Wyoming, war der erste der diesen Kugelsternhaufen bemerkte. Er war damit beschäftigt die Daten vom Weltraumteleskop Spitzer zu skannen, die im Rahmen der "Galactic Legacy Infrared Mid-Plane" erfasst wurden. Dies ist ein Programm, das speziell zum Auffinden von Objekten ins Leben gerufen wurde, die sich in der Galaktischen Mittelebene hinter dem Staub der Milchstraße verbergen könnten
Morton durchforstete dann Archivdaten zur Abgleichung und entdeckte lediglich nur ein nicht dokumtiertes Foto mit dem Kugelsternhaufen, das von NASA`s "Two Micron All-Sky Survey" erstellt wurde. Der Haufen war da in den Daten, aber niemand bemerkte ihn.
Weitere Beobachtungen mit dem Infrarot-Observatorium der Universität Wyoming halfen die Entfernung des Haufens festzulegen; er ist rund 9000 Lichtjahre entfernt. Damit ist dieser Haufen näher als die meisten anderen bekannten Kugelsternhaufen. Er befindet sich im Sternbild Aquila und enthält eine Masse von rund 300 000 Sonnen.
14. Oktober 2004/SP