Asteroidenkollision hüllte die Erde einst in eine Staubwolke ein

        Forscher vom Caltech, SwRI und der Karl Universität in Prag konnten erstmals eine eindeutige Verbindung herstellen zwischen dem Zerbersten eines Hauptgürtel-Asteroiden und einer enormen Menge interplanetaren Staubs, der einst auf die Erde niederregnete.



        Die Grafik von Professor Ken Farley zeigt sehr deutlich den Anstieg Interplanetaren Staub vor 8,2 Millionen Jahren im Isotop Helium3.

        Aus Meeresablagerungen wurde Borproben entnommen die den Beweis lieferten, dass vor Millionen von Jahren die Erde durch extraterrestrischen Staub förmlich zugedeckt wurde. Anhand von Computersimulationen konnte festgestellt werden, dass die Ursache für diesen Staubregen auf das Auseinanderbrechen eines Asteroiden aus dem Hauptgürtel zurückgeführt werden kann.


        Der Interplanetare Staub besteht aus Myriaden von Staubteilchen deren Radien zwischen 0,1

        und 100 μm liegen. Die „Staublieferanten“ sind Asteroiden-Kollisionen und aktive Kometen. Der Interplanetare Staub wandert Richtung Sonne und ein Teil davon wird auf seinem Weg vom Schwerefeld der Erde eingefangen und auf der Oberfläche abgelagert. Derzeit regnen jährlich rund 20 000 Tonnen Interplanetaren Staubs auf die Erde nieder. Der Anteil an Interplanetarem Staub in den Ablagerungen schwankt jedoch im Lauf von Jahrmillionen und hängt von der Anzahl an Asteroidenkollisionen und aktiven Kometen ab.

        Die Forscher gingen davon aus, dass bei der Untersuchung dieser uralten Sedimente, die sowohl Interplanetaren Staub als auch gewöhnliche terrestrische Ablagerungen enthalten, es möglich sein sollte die Staubproduktion in der Vergangenheit zu ermitteln.
        Interplanetare Staubpartikel sind sehr klein und sehr rar (Verhältnis 1 zu 1 Million) und durch direkte Messung sehr schwer nachweisbar. Aber im seltenen Isotop Helium3 kommen sie � im Vergleich zum terrestrischen Material - sehr häufig vor. In den letzten 10 Jahren hat Professor Ken Farley vom Caltech die Konzentration von Helium 3 in den Ablagerugen der letzten 75 Millionen Jahre gemessen und eine Aufzeichnung über die Flußrate Interplanetaren Staubs für diesen Zeitraum erstellt.
        Farley entdeckte einen großen Überschuss an Helium 3 in 8,2 Millionen Jahre alten Ablagerungen aus denen hervorgeht, dass die Akkretionsrate Interplanetaren Staubs plötzlich um den Faktor 4 zunahm und dann über einen Zeitraum von ca. 1,5 Millionen Jahren wieder langsam auf den ursprünglichen Level zurück ging. Um sicher zu gehen, wurden Messungen an zwei verschiedenen Stellen durchgeführt; im Indischen Ozean und im Atlantik. An beiden Stellen wurde das gleiche Ergebnis erzielt.

        Um die Quelle für diese Anhäufung von Helium 3 zu finden haben William Bottke, David Nesvorny (SwRI) und David Vokrouhlický (Karl Universität) die Umlaufbahnen von Asteroiden-Haufen studiert, deren Ursprung in einem Asteroiden-Impakt in der Vergangenheit zu suchen ist.
        Während Asteroiden ständig ineinander krachen (in geologischen Zeiträumen gesehen) so hat es doch in den letzten 100 Millionen Jahren nur eine wirklich große Asteroidenkollision gegeben.
        Die Forscher identifizierten einen Haufen von Asteroiden-Fragmenten die aufgrund ihrer Größe, ihres Alters und ihrer bemerkenswert ähnlichen Umlaufbahnen als wahrscheinlichste Verursacher für den Staubregen in Frage kommen Die Umlaufbahnen wurden anhand von Computer-Simulationen zurück verfolgt und siehe da, vor 8,2 Millionen Jahren hatten alle Asteroiden-Fragmente die gleiche Umlaufbahn. Es handelt sich um (490) Veritas, einen einst 160 Kilometer großen Asteroiden der mit einem anderen Himmelskörper kollidierte und auseinanderbrach.
        Die Zerstörung von (490) Veritas war die Folge der größten Asteroidenkollision in den letzten 100 Millionen Jahren. Als letzte Überprüfung verfolgte das Entdecker-Team mittels Computersimulation die Entwicklung der durch diese Kollision produzierten Staubpartikel und stellten fest, dass nach dem "Veritas-Ereignis" der Staubregen wieder allmähliches nachließ, bis er den ursprünglichen Level erreichte.

        Allgemein Infos zu (490) Veritas

        Große Halbachse: 3,170 AE Perihel: 2,586 AE Aphel: 3,483 AE

        numerische Exzentrizität: 0,099

        Inklination. 9,264° Umlaufperiode: 5,643 Jahre

        Rotationsperiode: 7,930 h Spektralklasse: C Albedo: 0,062


        Entdeckt von Max Wolf in Heidelberg am 3. September 1902


        Quell: http://www.swri.org/9what/releases/2006/Asteroid.htm



        24. Jänner 2006/SP


        auch IM BRENNPUNKT

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