Cassini entdeckt "Mini-Monde" zwischen den Saturn-Ringen

        Forscher entdeckten eine neue Klasse von kleinsten Monden in den Ringen des Saturn. Diese Objekte könnten das "Missing Link" sein, zwischen den Eisbrocken aus denen die Ringe Saturns bestehen und den kilometergroßen Objekten in des Planeten Umlaufbahn, welche gemeinhin als Monde bezeichnet werden.



        Die propellerförmigen Mini-Monde repräsentieren eine bis dato unbekannte Klasse von Himmelskörpern, die zwischen den kleinen Eispartikeln der Ringe den Saturn umkreisen (Links im Bild). Die vier propellerförmigen Strukturen wurden bei Nahaufnahmen durch die Kameras der Raumsonde Cassini in Saturns A-Ring entdeckt (Rechts).

        Durch sorgfältige Auswertung von Aufnahmen die von Cassinis Kameras gemachten wurden, entdeckten Forscher vier lichtschwache, propellerförmige Strukturen inmitten des hellen A-Rings. Diese Strukturen werden als Spuren winziger Monden gedeutet. Diese etwa 100 Meter großen Mini-Monde sind vermutlich die Überreste eines einst größeren Objekts, das durch Kollision mit einem anderen Himmelskörper auseinanderbrach.
        Messungen, vor allem durch die Raumsonden Voyager in den frühen 80iger Jahren haben gezeigt, dass die Ringe des Saturn hauptsächlich aus kleinen Eispartikeln bestehen, deren Größe von wenigen Zentimetern bis einige Metern reicht. Nur zwei größere Monde wurden gefunden; der 30 km große Mond Pan und der 7 km große Mond Daphnis. Diese vor kurzem entdeckten Kleinstmonde gibt es vermutlich in großer Zahl. Die Forscher gehen davon aus, dass es an die 10 Millionen solch winziger Objekte geben könnte, da schon auf kleinstem Areal die Spuren einiger Mini-Monde zu finden sind.

        Zwischen den kilometergroßen Monden Pan und Daphnis und den kleinen Eispartikeln des Ringsystems hat es bisher eine Lücke gegeben, die durch die Entdeckung dieser Kleinstmonde geschlossen werden kann; zumindest nach Meinung von Matthews Tiscarena und Kollegen, die Mitglieder des Cassini Imaging Teams sind.
        Monde wie Pan und Daphnis sind massereich genug um die kleinen Ringpartikel durch ihren gravitativen Einfluss auf engen Bahnen halten können. Die kleinen, nur 100 Meter großen Mini-Monde haben dafür zuwenig Masse. Die seltsamen propellerförmigen Strukturen entstehen vermutlich durch ein kompliziertes Wechselspiel zwischen den Anziehungskräften des Saturn und Zusammenstößen mit Eispartikeln. Dass solche Strukturen entstehen können wurde anhand von Computermodellen vorausgesagt.

        Die Entdeckung solcher Mini-Monde zwischen kleinen Eispartikeln könnte die Theorie bestätigen, dass die Saturnringe durch Kollision eines größeren Objekts mit Asteroiden oder Kometen entstanden sind.



        Diese stark vergrößerte Aufnahme zeigt die Hauptorientierung der propellerartigen Strukturen.



        4. April 2006/SP


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