Am 23. Juli 2008 überflog die ESA-Raumsonde Mars Express in etwa 93 km Höhe Phobos
und fotografierte den Marsmond aus der bisher kürzesten Distanz. Die Auflösung beträgt 2,7 m pro Pixel. Der vergrößerte Ausschnitt des Bildes zeigt die möglichen Landesstellen der russischen
Mission "Phobos Grunt".
Phobos, der größere der beiden Marsmonde (Deimos ist der kleinere) ist ein rätselhafter Trabant.
Die Forscher sind sich auch heute noch nicht darüber im klaren, wo er entstanden ist und woher das Material dazu stammt. Neue Daten, die von der ESA-Raumsonde Mars-Express (derzeit im Orbit des Roten Planeten) gewonnen wurden sollen helfen, mehr über den Ursprung beider Marsmonde in Erfahrung zu bringen.
Die Forscher erstellten eine 3-D-Karte aus hochaufgelösten Fotos, welche die Sonde Mars-Express im Sommer 2008 während eines Vorbeiflugs am Mond aufgenommen hatte und verwendete die gewonnenen Daten um das Volumen des Mondes zu berechnen.
Ein
weiteres Forscher-Team verwendete die von der Raumsonde ausgesandten
Radio-Signale um die Gravitation von Phobos und seine genaue Masse zu
bestimmen und kamen auf ein Gewicht von 1.072 x 1016 kg;
das entspricht rund 1 milliardstel Erdmasse.
Die Information über Volumen und Masse ermöglichte es den Forschern die Dichte von Phobos zu bestimmen. Demnach ist dieser Mond kein massives Objekt sondern mit zahlreichen Höhlen ausgestattet. Solche Objekte, bei denen im Grunde nur die Gravitation die Gesteinsklumpen zusammenhält, werden Trümmerhaufen genannt.
Phobos` Dichte beträgt nur 1,65 g/cm³ und ist
damit geringer als die Dichte vom Oberflächengestein des Mars,
welche bei 2,7 bis 3,3, g/cm³ liegt. Dies scheint eine schon
lang gehegte Vermutung zu bestätigen, dass Phobos und sein
Schwestermond Deimos eingefangene Asteroiden sind und nicht vom Mars
selbst stammen.
Um jedoch genaueres über den Ursprung von Phobos in Erfahrung zu bringen, müssten Gesteinsproben zur Erde gebracht werden. Russland plant, nächstes Jahr eine Mission mit Namen "Phobos Grunt" (gemeint ist vermutlich Phobos-Erde) zu entsenden, um eine Bodenprobe zu entnehmen. Dazu benötigen die russischen Forscher die vom Mars-Express durchgeführten exakten Messungen von Phobos`Masse, um auf dem Mond landen zu können.
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