Diese Fotos von Merkur wurden zwischen 9. und 13. Januar 2008 aus 2,7 Millionen bis 760,000 km Entfernung mit der
Schmalwinkelkamera, einem Teil des Dual-Imaging Systems (MDIS), aufgenommen.
Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington
MESSENGER (MErcury Surface,
Space Environment, GEochemistry, and Ranging)
passierte am 14. Januar 2008 knapp vor 20:00 MEZ den Planeten Merkur
in einer Entfernung von rund 200 Kilometern. Es ist dies der erste
von drei geplanten fly bys am Planeten die nötig sind um die
Raumsonde am 18. März 2011 in eine Umlaufbahn um den Merkur zu
bringen.
Die
letzte Raumsonde die Merkur besuchte war Mariner 10. Sie flog
zwischen 1974 und 1975 dreimal am Planeten vorbei und lieferte
zahlreiche Bilder. Es blieben aber viele Fragen offen z. B wieso
der Planet, der ja nur einen Durchmesser von 4878 km hat, ein Dichte
von 5,43 g/cm³ aufweist, was nur unwesentlich weniger ist als
die Dichte unserer Erde (5,52 g/cm³). Auch Merkurs Magnetfeld
und seine dünne Atmosphäre sind bisher kaum erforscht.
Mariner10
hat z. B nur 45 % von Merkurs Oberfläche kartiert und MESSENGER
gelang es bereits beim ersten fly by die Hälfte der noch nicht
erforschten Gebiete mit seinen Kameras und anderen Instrumenten fest
zu halten.
Forscher
vom MESSENGER-Team erhoffen sich mehr als 1200 neue Bilder vom Merkur
und wertvolle neue Erkenntnisse über den über weite
Strecken noch unbekannten Planeten. Zum Beispiel könnte das
Caloris-Becken, eine riesige, aus mehreren Ringen bestehende
Impakstruktur von 1300 km Durchmesser besser erforscht werden, da sie
von Mariner 10 nur zur Hälfte im sichtbaren Licht fotografiert
werden konnte.
Die
Daten der Bilder werden nun ausgewertet. Ergebnisse sind frühestens
nächste Woche zu erwarten. Der nächste fly by ist für
Oktober dieses Jahres vorgesehen.
Merkur
ist der bis dato am wenigsten erforschte Planet im inneren
Sonnensystem, daher ist es wichtig, dass möglichst zahlreiche
Aufnahmen und Daten von diesem Planeten gewonnen werden.
Dazu
wird auch eine leistungsstarke Sonnenblende beitragen (Mariner hatte
eine solche nicht). Die Sonnenblende wird die wertvollen Instrumente
der Raumsonde auf Raumtemperatur kühlen, wenn sie über die
sonnenbeschienene Seite Merkurs fliegt, die sich immerhin auf 315°
C aufheizt. Damit kann die „Gesundheit“ der Instrumente
länger gewährleistet werden.
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