Kleiner astronomischer Rückblick!
2012
Zusammengestellt von Susanne Plank
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Jänner:
Vor 420 Jahren:
- Am 22. Januar 1592 wurde in Champter-Cier/Provence Pierre Gassendi geboren.
Der franz. Mathematiker, Philosoph und Astronom unterrichtete am Collége Royal in Paris Mathematik. Er befasste sich mit dem Polarlicht und gab ihm 1621 die Bezeichnung "Aurora borealis". Am 7. 11. 1631 beobachtete er den ersten von Johann Kepler vorherberechneten Durchgang des Merkur vor der Sonne.
- Vor 370 Jahren:
- Am 8. Januar 1642 starb in Arcetri bei Florenz Galileo Galilei.
Galilei war neben Johannes Kepler der bedeutendste Physiker und Astronom seiner Zeit.
Mit 18 Jahren entdeckte er im Dom zu Pisa die Gesetze des Pendels und erfand 1586 die Wasserwaage. Nach Erfindung des Fernrohres baute er ein solches Instrument nach und entdeckte damit - unabhängig von anderen Astronomen - die Jupitermonde, die Phasengestalten der Venus und die Sonnenflecken. Sein offenes Eintreten für das Copernicus-System brachte ihn in Schwierigkeiten mit der römisch katholischen Kirche.
- Vor 270 Jahren:
- Am 14. Januar 1742 starb in Greenwich Edmund Halley.
Halley gab 1701 erstmals eine Karte der magnetischen Deklination heraus. Im Jahr 1703 wurde er Professor der Geometrie an der Universität Oxford. 1720 wurde er "Astronomer Royal" und Direktor der Sternwarte Greenwich. Halley konnte erstmals die Wiederkehr eines periodischen Kometen voraussagen, der nach ihm den Namen Halley erhielt.
- Vor 130 Jahren:
- Am 24. Januar 1882 wurde in Edgerton/Wis. Harold Delos Babcock geboren.
Der amerikanische Astronom arbeitete vor allem am Mount Wilson-Observatorium und beschäftigte sich mit den magnetischen Eigenschaften der Sterne und unserer Sonne. Zusammen mit seinem Sohn Horace baute er 1948 den ersten Magnetographen.
- Vor 120 Jahren:
- Am 4. Januar 1892 starb in London Sir George Biddell Airy.
Airy wurde 1835 zum "Astronomer Royal" ernannt und war damit Direktor der Sternwarte Greenwich. Neben zahlreichen Arbeiten auf dem Gebiet der Positionsastronomie wurde im Jahre 1883, zwei Jahre nach seinem Rücktritt von der Sternwarte Greenwich, allgemein der Greenwicher Meridian als Null-Meridian anerkannt, auf den die geographische Länge bezogen wird. Airy war maßgebend an dieser Entwicklung beteiligt.
- Vor 70 Jahren:
- Am 8. Januar 1942 wurde in Oxford Stephen William Hawking geboren.
Der englische Physiker ist trotz einer schweren unheilbaren Krankheit einer der kreativsten Forscher auf dem Gebiet der Kosmologie. 1974 wurde er in die Royal Society aufgenommen und 1979 wurde ihm in Cambridge der Titel "Lucasian Professor" verliehen. Es ist ein angesehenes Lehramt, das früher u.a. Newton und Dirac bekleideten.
- Vor 20 Jahren:
- Am 9. Januar 1992 wurde mit 5145 Pholus das zweite Objekt der Centauren-Klasse entdeckt.
Centauren sind Kleinkörper, die ihre Umlaufbahn im äußeren Sonnensystem haben. Kein Centaur kommt der Sonne näher als Jupiter. Pholus` große Halbachse beträgt 20.38 AE, die Umlaufzeit: 92 Jahre und sein Durchmesser: 192 km.
Pholus könnte ein inaktiver großer Kometenkern sein
- Vor 30 Jahren:
- Am 6. Januar 1981 starb in La Jolla Harold Clayton Urey.
Urey war Chemiker und beschäftigte sich vor allem mit den verschiedenen Isotopen der Elemente.
Er entdeckt dabei 1931 auch den schweren Wasserstoff und erhielt 1934 den Nobelpreis für Chemie. Bald gelang es ihm auch größere Mengen schweren Wasserstoffs herzustellen.
Februar:
Vor 250 Jahren:
- Am 20. Februar 1762 starb in Göttingen Johann Tobias Mayer.
Der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Mayer beschäftigte sich zunächst im Selbststudium mit der Astronomie. Ab 1751 wurde er Professor der Mathematik in Göttingen und übernahm drei Jahre später auch die Leitung der Sternwarte. Mayer war einer der bedeutendsten Astronomen des 18. Jahrhunderts. Für seine ersten vollständigen Tafeln der Mondbewegung erhielt seine Familie nach seinem Tode 20 000 Taler vom engl. Parlament.
- Vor 130 Jahren:
- Am 28. Februar 1882 starb John Thomas Romney Robinson in Dublin.
Der irische Astronom war Professor in Dublin und entwickelte das Schalenkreus-Anemometer zur Bestimmung der Windgeschwindigkeit.
- Vor 120 Jahren:
- Am 2. Februar 1892 wurde in Sonneberg/Thüringen Cuno Hoffmeister geboren.
Der deutsche Astronom gründete nach einer vorübergehenden Tätigkeit an der Sternwarte Bamberg 1925 eine Privatsternwarte auf dem Sonneberg, die später in eine staatliche Einrichtung umgewandelt wurde. Hoffmeister beschäftigte sich vor allem mit Veränderlichen, Meteoren, Kometen und dem Zodiakallicht.
- Vor 50 Jahren:
- Am 14. Februar 1962 startete die sowjetische unbemannte Sonde Luna 20 zum Mond.
Nach eine weichen Landung auf der Mondoberfläche am 26. 2. 1962 entnahm die Sonde Bodenproben und kehrte damit zur Erde zurück.
- Am 20. Februar 1962 startete der Astronaut John Glenn von Cape Canaveral mit Mercury 6.
Es wurde die erste bemannte Erdumkreisung der USA. Nach drei Umläufen um die Erde hatte der Astronaut beim Wiedereintritt eine heikle Situation zu überstehen als das Hitzeschild der Kapsel weggerissen zu werden drohte.
März:
Vor 500 Jahren:
- Am 5. März 1512 wurde in Rupelmonde/Flandern Gerhard Mercator geboren.
Mercator war Lehrer der Mathematik in Duisburg und trat vor allem durch die Herstellung bekannter Erdkarten hervor. Er führte für seine Karten eine winkeltreue Zylinderprojektion ein. Ferner verwendete er für sie ein Gradnetz. Mercator war der Verfechter einer Kosmographie, die sowohl die biblische Schöpfungsgeschichte als auch die damalige Astronomie, Geologie und Ethnographie mit einbezog.
- Vor 320 Jahren:
- Am 18. März 1692 wurde in Sherborne/ Gloucestershire James Bradley geboren.
Bradley studierte zunächst Theologie und wurde etwa von 1715 an durch seinen Onkel James Pound für die Astronomie gewonnen. 1728 entdeckte er die Aberration des Lichts am Stern γ Dra und konnte damit neben Ole Römer die Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit nachweisen. Nach dem Tod von Edmund Halley wurde er Direktor der Sternwarte Greenwich und damit zum dritten "Astronomer Royal".
- Vor 250 Jahren:
- Am 21. März 1762 starb in Paris Nicolas Louis de Lacaille.
Der französische Astronom und Mathematiker war zusammen mit Cassini und Maraldi mit der geodätischen Vermessung Frankreichs beschäftigt. Von 1750 bis 1753 stellte er am Kap der Guten Hoffnung geodätische Vermessungen an. Und er beobachtete den südlichen Sternenhimmel. Ein Jahr nach seinem Tod erschien der Katalog der Südsterne "Stellarum Australium Catalogus"
Lacaille führt auch 14 neue Sternbilder am Südhimmel ein.
- Vor 230 Jahren:
- Am 19. März 1782 wurde in Rosslau im Harz Wilhelm von Biela geboren.
Er nahm als Hauptmann in österr. Diensten an mehreren Feldzügen teil. Auf astronomischem Gebiet machte er sich einen Namen durch die Entdeckung und Bahnbestimmung des nach ihm benannten Kometen. Darüber hinaus entdeckte er auch noch zwei Kometen.
- Vor 210 Jahren:
- Am 28. März 1802 wurde von Wilhelm Olbers der zweite Kleinplanet, Pallas, entdeckt.
Pallas hat eine Umlaufzeit von 4,61 Jahren und sein Durchmesser wird auf etwa 560 km geschätzt.
Spektroskopische Untersuchungen ergaben, dass Pallas vermutlich einem Chondriten ähnelt.
- Vor 150 Jahren:
- Am 4. März 1862 wurde in St. Gallen Robert Emden geboren.
Emden war ab 1899 Professor an der Technischen Hochschule München und Honorarprofessor für Astrophysik. In seinem klassischen Werk „Gaskugeln“ (1907) übertrug er als einer der ersten die Thermodynamik auf den inneren Aufbau der Sterne.
- Vor 100 Jahren:
- Am 23. März 1912 wurde in Wirsitz bei Posen Werner Freiherr von Braun geboren.
Braun wandte sich bereits in seiner Jugend der Raketentechnik zu und gehörte schon um 1930 unter Rudolf Nebel zu den Begründern des damaligen Raketenflugplatzes in Berlin-Reinickendorf. Während des 2. Weltkrieges entwickelte er die A4, die unter der Propaganda-Bezeichnung V2 bekannt wurde. Nach 1945 kam er in die USA und wurde Leiter des Raketen-Entwicklungsteams. Von 1970 bis 1972 war er stellvertretender Direktor der NASA.
- Vor 50 Jahren:
- Am 20. März 1962 starb in Tucson Andrew Ellicott Douglass.
Der amerikanische Astronom arbeitete zuerst am Lowell-Observatorium und dann an der Universität von Arizona. Später wurde er Direktor des Steward-Observatoriums. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Erforschung der Sonne. Er fand den mutmaßlichen Zusammenhang der Sonnenaktivität mit der Breite der Jahresringe bei den Bäumen.
April:
- Vor 460 Jahren:
- Am 21. April 1552 starb in Ingolstadt Peter Apianus (richtiger Name Bienewitz)
Apianus war Mathematiker, Astronom, Geograph sowie Kartograph. Er erwarb sich die Gunst Kaiser Karl V, der ihn und seine Brüder (Georg, Gregor und Niclas) am 20. April 1541 auf dem Reichstag zu Regensburg in den Reichsritterstand erhob. Etwas später wurde Apianus zum Hofpfalzgrafen ernannt.
- Vor 330 Jahren:
- Am 16. April 1682 wurde in Hertford John Hadley geboren.
Der englische Forscher galt lange Zeit als Erfinder des Sextanten, der von ihm ursprünglich Oktant genannt wurde. Der tatsächliche Erfinder ist jedoch Newton. Nach dem Tod von Hadley fand man nämlich unter dessen Nachlass eine von Newton stammende Zeichnung dieses Instruments. Hadley trat mit seiner Erfindung erst 4 Jahre nach Newtons Tod hervor. Er entwickelte darüber hinaus einen nach ihm bemannten Quadranten.
- Vor 200 Jahren:
- Am 10. April 1812 starb in Paris Joseph Louis Lagrange.
Lagrange wurde bereits nach kurzem Studium mit 17 Jahren Professor der Mathematik an der Artillerie-Schule in Turin. 1766 wurde er von Friedrich dem Großen nach Berlin berufen, wo er in der Nachfolge des berühmten Mathematikers Euler die Stelle eine Direktors der mathematischen Klasse der Akademie der Wissenschaften einnahm. Später übersiedelte er nach Paris und wurde Mathematik-Professor an der Ecole normale und Ecole polytechnique. Er leistete Bedeutendes in der theoretischen Astronomie und der Himmelsmechanik.
- Vor 140 Jahren:
- Am 29. April 1872 wurde in Le Roy/Michigan USA Forest Ray Moulton geboren.
Er beschäftigte sich zusammen mit T. C Chamberlin vor allem mit Fragen der Entstehung des Planetensystems. Ferner äußerte er als einer der ersten die Vermutung, dass die kleineren äußeren Satelliten Jupiters eingefangene Kleinplaneten sein könnten.
- Vor 60 Jahren:
- Am 2. April 1952 starb in Kairo Bernard Ferdinand Lyot.
Lyot arbeitete lange Zeit am Observatorium Pic du Midi in den Pyrenäen. 1930 erfand er den Koronographen, 1933 den Lyot-Filter. Er stellte auch 1935 den ersten Film her, der Bewegungen von Protuberanzen auf der Sonne zeigte. Ferner beschäftigt er sich mit der Oberfläche der Planeten, insbesondere von Mars und Merkur. Er wies auf die Möglichkeit von Sandstürmen auf dem Mars hin.
- Vor 30 Jahren:
- Am 19. April 1982 startete vom Kosmodron in Baikonur die Raumstation Saljut 7.
Saljut 7 war eine überaus erfolgreiche Raumstation, auf der insgesamt zehn Sojus-Besatzungen arbeiteten. 1984 stellten die Kosmonauten mit einem 237-tägigen Aufenthalt einen Weltraumdauerrekord auf. Saljut 7 verglühte am 7. Februar 1991 in der Erdatmosphäre.
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Mai:
Vor 530 Jahren:
- Am 15. Mai 1482 starb in Florenz der Italiener Paolo Toscanelli.
Der italienische Wissenschaftler und Arzt.namens Paolo Toscanelli schlug 1474 Christoph Columbus vor, die Ostküste Asiens durch eine Fahrt in westlicher Richtung zu erreichen.
- Vor 160 Jahren:
- Am 21. Mai 1852 starb in Wien Karl Franz Anton von Schreibers.
Der österreichische Arzt wurde 1806 Direktor des vereinigten Hofnaturalien-Kabinetts in Wien. Er beschäftigte sich unter anderem mit der mineralogischen Zusammensetzung der Meteoriten.
- Vor 140 Jahren:
- Am 6. Mai 1872 wurde in Sneek William de Sitter geboren.
Der holländische Astronom war ein Schüler von J.C. Kapteyn. Von 1897 bis 1899 arbeitete er am Kapstädter Oservatorium in Südafrika. 1908 wurde er Direktor der Sternwarte in Leiden. Er beschäftigte sich vor allem mit Fragen der Kosmologie und der Anwendung der allgemeinen Relativitätstheorie.
- Am 31. Mai 1872 wurde in Wilton/N.H. USA Charles Greeley Abbot geboren.
Der amerikanische Astronom war viele Jahre Direktor des Observatoriums am Smithsonian Institut in Washington. Er trat vor allem durch seine Arbeiten über die Sonne, die Infrarotstrahlung und die
Ausnutzung der Sonnenenergie hervor. An vielen Stellen der Erde maß er auch die Solarkonstante.
- Vor 100 Jahren:
- Am 31. Mai 1912 wurde in Potsdam Martin Schwarzschild geboren.
Der amerikanische Astronom deutscher Herkunft (Sohn von Karl Schwarzschild) war Professor am Rutherford-Observatorium in Columbia und seit 1947 Professor in Princeton. Er beschäftigte sich vor allem mit Fragen der Struktur der Sterne und der Sternentwicklung. 1958 erschien sein Buch "Die Struktur und Entwicklung der Sterne". Daneben war er am Projekt Stratoskop - Ballonteleskop zur Erforschung der Sonne - beteiligt.
- Vor 50 Jahren:
- Am 6. Mai 1962 starb in Tucson/Arizona der amerikanische Astronom Edison Pettit.
Pettit war am Yerkes- und am Mount Wilson-Observatorium tätig. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Sonne, insbesondere beschäftigte er sich mit den Protuberanzen. Mit Thermoelementen bestimmte er die Temperatur der Sonne aber auch anderer Sterne. 1925 erschien sein Hauptwerk "Forms and motions of the solar prominences".