Zwei Teams von Astronomen haben einen Pulsar-Typ entdeckt, den sie "Missing
Link Pulsar" getauft haben. Es ist ein Neutronenstern der sich 400mal pro
Sekunde um seine eigene Achse dreht, Röntgenstrahlen aussendet und
zusätzlich noch einen stellaren Begleiter hat. Die Entdeckung wurde
mit der Rossi X-ray Timing Explorer (RXTE) Raumsonde der NASA gemacht.
Während eine Gruppe von Wissenschaftern die Rotationsgeschwindigkeit
des Pulsars gemessen hat, hat die andere Gruppe die Orbitalperiode (zwei
Stunden) des Doppelsystems bestimmt.
Die Astronomen waren bis jetzt der Meinung, daß Pulsare das sie
umgebende Material vollständig aufsaugen. Aber solch schnell rotierende
"Millisekunden-Pulsare" wurden bis jetzt nur als Einzelobjekte entdeckt.
Bei dem nun entdeckten System werden einerseits durch den Pulsar Gase aus
der Atmosphäre des Begleitsterns abgesogen, andererseits sendet der
Pulsar eine Druckwelle starker Strahlung in den Weltraum, sodaß ein
Gleichgewicht zwischen Strahlungsdruck und Anziehungskraft entsteht. Die
eingefangene Gasspirale legt sich als Akkretionsscheibe um den Neutronenstern.
Der Begleitstern besitzt nur 15 % der Sonnenmasse und wird sich schließlich
eines Tages ganz auflösen. Wenn es soweit ist, bekommt die Akkretionsscheibe
keinen Nachschub mehr und wird ausdünnen. Der Pulsar erzeugt dann
keine Röntgenstrahlen mehr und wird zunehmend langsamer.
Diese künstlerische Darstellung zeigt den rasch rotierenden
Neutronenstern umgeben mit einer Scheibe von Akkretions-Material, welches
er von seinem Begleiter, dem roten Stern im Hintergrund, aufgesammelt hat.
So wie sich ein Eisläufer schneller dreht, wenn er die Arme an den
Körper preßt, rotiert auch der Neutronenstern durch Aufsammeln
von Material immer schneller.
SP
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